Fachvortrag: Wenn Jugendliche leiden
Medienmitteilung der Zugerzeitung vom 31.03.2026
Wenn Jugendliche leiden: Hinschauen, verstehen, handeln
Über 70 Teilnehmende diskutieren in Baar konkrete Wege im Umgang mit psychischen Belastungen junger Menschen
Am Samstag, 28. März 2026, fand von 9.30 bis 13.00 Uhr im Pfarrheim St. Martin in Baar eine Veranstaltung des Zuger Kantonalen Frauenbundes (ZKF) statt. Unter dem Titel „Wenn Jugendliche leiden – Psychische Belastungen verstehen und begleiten“ widmete sich der Anlass einem Thema von hoher gesellschaftlicher Relevanz. Unterstützt wurde die Veranstaltung vom Kanton Zug.
Mit über 70 Teilnehmern war die Veranstaltung beeindruckend gut besucht und zeigte das grosse Interesse an der Thematik. Zahlreiche Fachpersonen, Eltern und Interessierte nutzten die Gelegenheit, sich vertieft mit den psychischen Herausforderungen von Kindern und Jugendlichen auseinanderzusetzen. Ziel des Anlasses war es, das Verständnis für Belastungssituationen zu stärken und konkrete Ansätze im Umgang mit betroffenen jungen Menschen aufzuzeigen.
Als erste Referentin sprach Sabine Feierabend, Präsidentin des Vereins Kind & Spital. In ihrem eindrücklichen Referat betonte sie die zentrale Bedeutung der Kinderrechte im Spitalumfeld. Kinder müssen altersgerecht informiert und einbezogen werden, insbesondere in medizinischen Situationen. Nur so kann verhindert werden, dass sie Erfahrungen im Spital als traumatisierend erleben. Sabine Feierabend unterstrich, wie wichtig eine sensible Begleitung und Kommunikation sei, um Ängste abzubauen und das Vertrauen der jungen Patientinnen und Patienten zu stärken.
Im Anschluss referierte Dr. Francois Gremaud, Psychotherapeut, der seinen Vortrag mit einer persönlichen Beobachtung einleitete: Das Zugerland präsentiere sich für Anreisende aus Zürich als beeindruckend schön – gleichzeitig wisse er aus eigener beruflicher Erfahrung, dass auch hier Herausforderungen unter der Oberfläche bestehen. Insbesondere Jugendliche seien von vielfältigen Belastungen betroffen, darunter psychischer Missbrauch, Vernachlässigung oder auch physische Gewalt.
Dr. Gremaud zeigte auf, wie psychische Störungen bei Jugendlichen entstehen können. Er verwies dabei auf Faktoren wie Schwierigkeiten in der Sozialisierung, individuelle Vulnerabilität im Zusammenspiel mit Bewältigungsstrategien (Coping) sowie Phänomene wie Hyperanpassung – etwa ein starkes Bedürfnis nach Anerkennung.
Zur Veranschaulichung präsentierte er ein eindrückliches Video von Jugendlichen in Indien, die auf einer überfluteten, stark befahrenen Strasse mit Mopeds unterwegs sind – scheinbar unbeeindruckt von den widrigen Umständen. Dieses Beispiel diente als Vergleich dafür, wie unterschiedlich Menschen lernen, mit schwierigen Situationen umzugehen und wie stark Anpassungsfähigkeit, aber auch Gewöhnung an Belastungen sein kann.
Den Abschluss der Veranstaltung gestaltete Stefan Heidelberger, ADHS-Coach und Boxtherapeut. In seinem praxisnahen Beitrag legte er den Fokus bewusst auf die Ressourcen und Stärken von Jugendlichen. Es sei zentral, nicht nur Defizite zu betrachten, sondern gezielt positive Eigenschaften hervorzuheben und zu fördern. Gleichzeitig lobte er die Vielzahl an bestehenden Hilfsangeboten im Kanton Zug und ermutigte dazu, diese aktiv zu nutzen. Mit konkreten Tipps und alltagsnahen Ratschlägen zeigte er auf, wie betroffene Jugendliche unterstützt und gestärkt werden können.
Im Anschluss an die Referate bot ein reichhaltiger Apéro Gelegenheit zum persönlichen Austausch. Die Teilnehmenden nutzten die Möglichkeit, mit den Referierenden ins Gespräch zu kommen, Fragen zu stellen und Kontakte zu knüpfen.
Der Zuger Kantonale Frauenbund dankt allen Frauengemeinschaften des Kantons Zug für die Zusammenarbeit für diesen Anlass und den verschiedenen Organisationen für das zur Verfügung stellen des Informationsmaterials.
Für weitere Informationen zum Anlass steht der Zuger Kantonale Frauenbund unter info@zkf.ch zur Verfügung.
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